_______________________________________________________________________________


 
 

Wir über uns

Wissenschaftliche Theologie und kirchliche Praxis sind gegenseitig aufeinander angewiesen. Um hier nicht nur bei allgemeinen Behauptungen zu bleiben, haben wir seit über zwanzig Jahren in den Wochenendtagungen zunächst des Lehrstuhls für Systematische Theologie I in Erlangen und dann unseres Kreises ein Gesprächsforum gesucht, wo Lehrende und Studierende der Universität mit Vikaren und Pfarrern zusammen gemeinsam interessierende Fragen erörtert haben. Dabei verbindet uns ein freilich sehr offener theologischer Grundkonsens: Gottes Handeln, wie es die Bibel bezeugt, bleibt kenntlich in dem Geschehen des Gotteswortes, das den Glauben bewirkt und so als Grund und Ziel alles kirchlichen Handelns wahr-zunehmen ist. Darum sind die "dialektische Theologie" wie die "Bekennende Kirche" für uns Größen, an denen wir uns orientieren wollen.

 
 
  Friedrich Mildenberger
Friedrich Mildenberger
 
 
 

"Kirchlichkeit" der Theologie ist uns also unaufgebbar. Das besagt freilich andererseits, daß Kirche in ihrem Erscheinungsbild auch immer Gegenstand kritischer theologischer Nachfrage ist und bleiben muß. Dabei ist immer wieder auch die rechtliche Verfaßtheit der Kirche Gegenstand unserer theologischen Überlegungen gewesen. Denn ein bloßer Rechtspositivismus ist gerade im Zusammenhang des kirchlichen Lebens nicht angebracht. Hier muß vielmehr nach dem Recht-Sein kirchlicher Rechtsordnungen gefragt werden, das sich nicht im legalen Zustandekommen erschöpfen darf. Theologen in der Kirche sollten hier sensibel und argumentationsfähig sein. Darauf hinzuwirken gehört mit zu unseren Zielen.

Die theologische Reflexion, wie wir sie natürlich nicht nur auf unseren Tagungen, sondern in der Kontinuität der kirchlichen Arbeit und auch immer wieder im informellen Austausch pflegen, erweist sich uns als unaufgebbare Möglichkeit, von der jeweiligen Arbeit auch immer wieder Distanz zu gewinnen. Gerade so kann sie zur Entwicklung und Stabilisierung der unentbehrlichen "Spiritualität" beitragen, die uns hilft, im kirchlichen Betrieb mit Anstand zu überleben.

Friedrich Mildenberger